Aufbau eines KI-nativen Kernnetzes für agentenbasierte Dienste der nächsten Generation

15.10.2026

BEIJING, 15. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Bislang ermöglichten Mobilfunknetze die Kommunikation über Sprachanrufe, SMS und mobilen Internetzugang. Das aufkommende Zeitalter der Agenten erfordert jedoch Unterstützung bei der Verwaltung einer enormen Anzahl von KI-Agenten. Diese Entwicklung setzt voraus, dass die Kernnetzarchitektur Absichten versteht, intelligente Entscheidungen trifft und die durchgängige Ausführung KI-gesteuerter Aufgaben gewährleistet.

AI Native Next-Gen Core Network

Huawei ist der Ansicht, dass ein KI-natives Kernnetz für diese Transformation unverzichtbar sein wird. Durch die Einbettung von KI in Schnittstellen, Funktionen und Abläufe können Netzbetreiber sich weiterentwickeln und nicht mehr nur Konnektivität bereitstellen, sondern intelligente Netzwerkfunktionen für die nächste Generation digitaler Dienste anbieten.

Laut dem Bericht „Intelligent World 2035" von Huawei könnte die Zahl der KI-Agenten weltweit bis 2035 900 Milliarden erreichen – etwa das 100-Fache der Weltbevölkerung. Angesichts der steigenden Anzahl von KI-Agenten muss die Kernnetzarchitektur in der Lage sein, das langfristige Wachstum neuer Verbindungen und Dienste zu unterstützen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Endgeräten und -Anwendungen werden agentenbasierte Dienste zu typischen Szenarien in Mobilfunknetzen werden und die Netzwerkentwicklung vom Transport von Datenbits hin zur Ermöglichung aufgabenorientierter Token vorantreiben.

Huawei hat drei typische Dienstszenarien für die Gewährleistung einer agentenbasierten Nutzererfahrung identifiziert.

  • Agent Over New Radio (AoNR) zur Gewährleistung der Aufgabenlatenz: Tragbare KI-Geräte unterliegen Einschränkungen hinsichtlich Rechenleistung, Akkukapazität, Größe und Kosten, weshalb die End-to-End-Latenz von entscheidender Bedeutung ist. AoNR wurde entwickelt, um durchgehend ein hervorragendes Nutzererlebnis zu bieten und gleichzeitig die End-to-End-Aufgabenlatenz unter anspruchsvollen Schwellenwerten zu halten.
  • Wide-Area Computing Network (WCN) zur Steigerung der Recheneffizienz: Ein WCN kann Rechenressourcen über Mobilfunknetze miteinander verbinden und ermöglicht so eine aufgabenbasierte Rechenplanung sowie standardisierte Rechendienste.
  • Agent Computing Network (ACN) zur Gewährleistung der Sicherheit bei der Zusammenarbeit: Bei den meisten komplexen Aufgaben sind mehrere KI-Agenten beteiligt, die domänen-, unternehmens- und ökosystemübergreifend zusammenarbeiten, anstatt nur ein einzelner Agent, der durch Modellfähigkeiten, Kontextbeschränkungen, Rollenkonflikte oder Herausforderungen bei der sequenziellen Verarbeitung eingeschränkt ist. Komplexe Szenarien erfordern eine sichere, dynamische Zusammenarbeit zwischen mehreren spezialisierten Agenten.

Ein ACN ermöglicht eine effiziente domänen- und ökosystemübergreifende Zusammenarbeit von Agenten durch drei Funktionen: domänenübergreifende vertrauenswürdige digitale Identität, kompetenzbasierte Agentenerkennung und -weiterleitung sowie aufgabenorientierte dynamische Vernetzung.

Um die Lücke zwischen Endgeräten und Netzwerken zu schließen, sollte die Kernnetzwerkarchitektur der nächsten Generation drei wesentliche Merkmale aufweisen:

  1. Schnittstellen (Von der Signalisierung zur Absicht): Absichtsbasierte Schnittstellen ermöglichen es Endgeräten, personalisierte Aufgabenanforderungen – einschließlich Netzwerk-, Rechen- und Erlebnisbedürfnisse – direkt an das Netzwerk zu übermitteln.
  2. Funktionen (C/U-Ebenen zu C/U+DAP-Ebenen): Führt neben den traditionellen Steuerungs- und Benutzerebenen eine dedizierte Daten- und KI-Ebene (DAP) ein, die als Intelligenzschicht fungiert, Aufgabenabsichten interpretiert und Ressourcen dynamisch in Echtzeit abstimmt.
  3. Verfahren (Von KI-Overlay zu KI-nativ): Bindet KI-basierte Entscheidungsfindung tief in grundlegende Netzwerkprozesse ein, um Konnektivität und Rechenleistung nahtlos zu koordinieren.

Mit Blick auf die Zukunft skizzierte Huawei zwei Phasen der KI-getriebenen Entwicklung des Kernnetzes. In der ersten Phase geht es darum, wie das Netzwerk das Kundenerlebnis durch die Einbindung von KI-Fähigkeiten verbessert. Die zweite Phase ist ein KI-natives Kernnetz der nächsten Generation, das das ermöglicht, was Huawei als „erweiterte Konnektivität" bezeichnet – wobei aufgabenorientierte KI-Dienste die Aufgabenerledigung sicherstellen – sowie „über die Konnektivität hinaus", wobei das Netzwerk Fähigkeiten bereitstellen muss, die über die Kommunikation hinausgehen, wie z. B. die Bereitstellung von Rechenleistung und die Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen Agenten usw. Um sich an diese neuen Dienste anzupassen, muss die Netzwerkarchitektur umgestaltet werden, insbesondere in Bezug auf Interaktionsmechanismen, Datenarchitektur und Rechenarchitektur.

Darüber hinaus erfordert der Übergang zu KI-nativen Netzwerken eine umfassende Zusammenarbeit im gesamten IKT-Ökosystem, einschließlich Endgeräten, Chips und Netzwerken. Durch den Synergieeffekt zwischen Endgeräten und Netzwerk sowie eine fortschrittliche Kernnetzwerkarchitektur ermöglicht das Kernnetzwerk der nächsten Generation neue Verbindungen und Dienste und eröffnet damit neue Geschäftsmöglichkeiten im Zeitalter der Intelligenz.

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Berliner Linke in der Kritik: Koalitionsgespräche scheitern vorerst am Antisemitismus-Thema

08.10.2026

Die Bildung einer neuen Landesregierung in Berlin bleibt vorerst ungewiss. Linke, Grüne und SPD konnten sich zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus weiterhin nicht auf eine gemeinsame Linie im Umgang mit Antisemitismus verständigen. Nach dem dritten sogenannten Vorgespräch verließ die Spitze der drei Parteien am Mittwochnachmittag den Tagungsort ohne öffentliche Stellungnahme. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gilt eine Einigung in der Frage als zentrale Voraussetzung, um in formelle Sondierungsgespräche über eine mögliche Regierung unter Führung der Linken einzusteigen.

Bereits für Donnerstag ist ein weiteres Treffen angesetzt. Ziel ist es, in dem seit geraumer Zeit in Berlin heftig diskutierten Themenkomplex voranzukommen. Vor allem Teile der Berliner Linken stehen seit längerem wegen Positionen zu Israel, Palästina und zum Thema Antisemitismus in der Kritik. Dabei geht es insbesondere um Äußerungen einzelner Parteimitglieder, die öffentlich als antisemitisch eingestuft oder entsprechend kritisiert wurden. Ohne eine belastbare Verständigung auf gemeinsame Grundsätze wollen SPD und Grüne nach eigener Darstellung den nächsten Schritt hin zu einem möglichen Regierungsbündnis nicht gehen.

Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte durch eine Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September. Dort waren nach dpa-Informationen sowohl ein Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans als auch ein umstrittener propalästinensischer Aktivist anwesend. Letzterer soll der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird. Der Vorfall hat bei den potenziellen Koalitionspartnern für erhebliche Irritationen gesorgt und den Druck auf die Linke erhöht, sich klarer zu Antisemitismus, Rassismus und organisierter Kriminalität zu positionieren.

SPD und Grüne verlangen vor Beginn offizieller Sondierungen eine verbindliche Verständigung zu diesen Themenfeldern. Sondierungen sind die Vorstufe zu formalen Koalitionsverhandlungen, in denen ein Regierungsprogramm und die Ressortzuschnitte ausgehandelt würden. Ohne Konsens über den künftigen Kurs im Kampf gegen Antisemitismus und im Umgang mit problematischen Milieus in der Stadt bleibt der Weg zu einem möglichen Rot-Grün-Roten Bündnis aber blockiert. Welche Alternativen zu einem solchen Bündnis am Ende realistisch wären, ist bislang offen; entscheidend bleibt vorerst, ob die drei Parteien in der strittigen Grundsatzfrage noch zu einer gemeinsamen Linie finden.