140. Canton Fair: Kreislaufwirtschaft in Produkten und Praxis

26.10.2026

GUANGZHOU, China, 26. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Da Nachhaltigkeit sich von einer unternehmerischen Verpflichtung zu einem geschäftlichen Gebot entwickelt, werden die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sowohl bei Produkten als auch bei Branchenpraktiken immer sichtbarer. Dieser Wandel lässt sich auch auf der 140. Kantoner Messe beobachten.

Längere Lebenszyklen für Haushaltsprodukte gestalten

Bei den auf der Messe vorgestellten Produkten für Haus und Lifestyle bleibt das Kreislaufdesign ein zentrales Thema. Schlaflösungen integrieren biobasierte und kohlenstoffarme Materialien mit langlebigen Strukturen, die die Lebensdauer der Produkte verbessern und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch reduzieren. Neben Komfort und Unterstützung legen die Hersteller Wert auf Reparierbarkeit, recycelbare Komponenten und international anerkannte Umweltzertifizierungen. Diese Merkmale verlängern die Produktlebenszyklen und minimieren Abfall.

Neben Schlaflösungen erkunden die Möbelhersteller auch neue Ansätze zur Wiederverwendung von Materialien. Sitzmöbel aus recycelten Kunststoffen, die aus ausrangierten Haushaltsgeräten und Meeresabfällen gewonnen werden, zeigen, wie Post-Consumer-Materialien in hochwertige Konsumgüter umgewandelt werden können. In Kombination mit ergonomischem Design, modularer Bauweise und erhöhter Langlebigkeit tragen diese Produkte dazu bei, die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern und gleichzeitig Leistungs- und Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten.

Ein weiterer Ansatz besteht in der Herstellung von Möbeln aus Altholz, was einen anderen Weg hin zu einer Kreislaufwirtschaft aufzeigt. Indem sie bereits verwendetem Holz ein zweites Leben geben, erhalten die Hersteller den Materialwert, reduzieren Abfall und schaffen Produkte, die ein unverwechselbares Gefühl von Geschichte und Handwerkskunst vermitteln.

Eine Messe, die von Kreislaufprinzipien geprägt ist

Das Engagement der Canton Fair für Nachhaltigkeit reicht weit über ihre Ausstellungshallen hinaus. Im Laufe des letzten Jahrzehnts diente es als Testfeld für umweltfreundlichere Ausstellungspraktiken und trug dazu bei, eine Branche zu verändern, die einst mit großen Mengen an Einweg-Baumaterialien und Abfällen nach Veranstaltungen in Verbindung gebracht wurde.

Die Messe hat inzwischen auf umweltfreundliche Messestände umgestellt und die traditionellen Einwegstände durch modulare, wiederverwendbare Systeme ersetzt. Durch diese Umstellung wird der Bauabfall deutlich reduziert, während gleichzeitig Effizienz und Sicherheit verbessert werden. Die über Jahre hinweg gesammelten Erfahrungen trugen später zur Entwicklung nationaler Standards für umweltfreundliche Messestände, Messeabläufe und das Sicherheitsmanagement von Veranstaltungsorten bei und schufen einen Rahmen, der seither auch andere große Messen und Veranstaltungsorte in ganz China beeinflusst hat.

Anlässlich ihres 70-jährigen Jubiläums setzt die Canton Fair weiterhin auf einen langfristigen Ansatz für nachhaltiges Wachstum. Ob durch zirkuläre Produktinnovationen oder umweltfreundlichere Ausstellungspraktiken – diese Verpflichtungen bleiben zentraler Bestandteil der Vision der Messe für die kommenden Jahre.

Für eine bequemere Teilnahme klicken Sie bitte hier zur Voranmeldung:

https://buyer.cantonfair.org.cn/register/buyer/email?source_type=16

Canton Fair

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AfD-Ausschussvorsitze im Fokus: CDU in der Zwickmühle zwischen Abgrenzung und Einbindung

08.10.2026

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat eine Neujustierung des Umgangs mit der AfD im Bundestag gefordert und damit eine innerparteiliche wie parlamentarische Grundsatzdebatte angestoßen. In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ plädierte der CDU-Politiker dafür, der AfD die ihr nach dem üblichen Verteilungsschlüssel zustehenden Vorsitzendenposten in den Fachausschüssen des Bundestags nicht länger zu verwehren. „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“, sagte Rhein und verwies darauf, dass die AfD im hessischen Landtag und in anderen Länderparlamenten bereits Ausschussvorsitze innehat.

Im Bundestag verfügt die AfD wie die anderen Fraktionen über ein Vorschlagsrecht für bestimmte Ausschussvorsitze. Bisher scheiterte sie jedoch regelmäßig daran, dass ihre Kandidatinnen und Kandidaten bei den Wahlen in den Ausschüssen nicht die Unterstützung der Abgeordneten der übrigen Parteien erhielten und damit die nötigen Mehrheiten verfehlten. Eine Klage der AfD-Bundestagsfraktion vor dem Bundesverfassungsgericht blieb im September 2024 ohne Erfolg; Karlsruhe sah keinen Anlass, in das Verfahren der Ausschussbesetzungen einzugreifen. Politisch aber gewinnt die Frage durch Rheins Vorstoß neue Brisanz.

Rhein grenzt sich zugleich von einer inhaltlichen Annäherung an die AfD ab und lehnt ein Verbotsverfahren gegen die Partei ab. Er halte das vielzitierte Bild einer „Brandmauer“ für falsch, betonte der CDU-Landeschef. Für die Union gelte: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus.“ Das müsse sich auch in der Parlamentsarbeit widerspiegeln. Anstelle juristischer Schritte warb Rhein dafür, die AfD politisch zu stellen: Die CDU müsse den Wählerinnen und Wählern „ein besseres Angebot machen“ und die „Deutungshoheit über die Alltagsfragen“ zurückgewinnen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD setze aus seiner Sicht eine „Politik der klaren roten Linien“ voraus.

Die AfD bewertet die Äußerungen des hessischen Regierungschefs als Signal eines sich abzeichnenden Kurswechsels in der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem „überfälligen“ Schritt und einem Zeichen für ein „generelles Umdenken in der CDU“. Die Forderung nach Ausschussvorsitzen sei „nur der erste Schritt – weitere werden folgen“, prognostizierte Baumann. Angesichts jüngster Wahlergebnisse sehe er die Union unter Druck, ihre bisherige Ausgrenzungsstrategie zu überdenken. Koalitionsfraktionen im Bundestag wiesen einen von Rhein geforderten Kurswechsel allerdings zurück und halten bislang an der Linie fest, AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze nicht zu unterstützen.

In den Fachausschüssen des Bundestags wird ein Großteil der inhaltlichen Gesetzgebungsarbeit vorbereitet. Die Vorsitzenden spielen eine zentrale Rolle bei der Organisation der Beratungen und der Tagesordnungsgestaltung. Die Verteilung dieser Schlüsselpositionen erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel zwischen den Fraktionen, doch bleibt die tatsächliche Besetzung an die Wahl durch die Ausschussmitglieder gebunden. Vor diesem Hintergrund berührt die von Rhein angestoßene Debatte nicht nur die Machtbalance zwischen den Fraktionen, sondern auch die Frage, wie das Parlament mit Parteien umgeht, die zwar demokratisch gewählt sind, von großen Teilen des Hauses aber weiterhin klar abgelehnt werden.