Die Weltbank prognostiziert für das kommende Jahr einen Anstieg der Lebensmittelpreise um sieben Prozent. Dieser Trend folgt auf ein aktuelles Jahr, in dem die Kosten für Nahrungsmittel bereits um ein Zehntel im Vergleich zu 2025 gestiegen sind. Als Hauptursachen nennt das Institut in Washington unterbrochene Getreidelieferungen, durch ungünstiges Wetter bedrohte Ernten sowie hohe Preise für Dünger und Kraftstoffe.

Insgesamt erwartet die Weltbank für das laufende Jahr einen Zuwachs der Rohstoffpreise um 23 Prozent, bevor diese im Jahr 2027 wieder sinken sollen. Es bestehen jedoch erhebliche Risiken: Höher ausfallende Energiepreise oder die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño könnten eine Nahrungsmittelkrise auslösen. Eine solche Entwicklung würde, ähnlich wie Anfang der 2010er-Jahre, mehr Menschen in extreme Armut treiben, definiert als ein Leben mit weniger als drei US-Dollar (ca. 2,70 Euro) pro Tag. Aktuell zählt die Organisation etwa 811 Millionen Betroffene weltweit.

Parallel dazu ziehen die Energiepreise drastisch an und dürften in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Drittel steigen. Grund hierfür ist primär der Krieg der USA gegen den Iran, der den Rohstoffhandel durch die Straße von Hormuz nahezu zum Erliegen brachte. Obwohl der Konflikt Ende Februar begann, bleibt der Transport durch die Meerenge auch Monate später weit unter dem Vorniveau, was die globalen Energiemärkte destabilisiert.

Am Donnerstag zeigten sich die Öl- und Gaspreise jedoch schwächer, da diplomatische Bemühungen im Nahen Osten die Hoffnung auf ein Ende der US-Angriffe nähren. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Dezember sank um 1,68 Prozent auf 113,38 US-Dollar, während West Texas Intermediate (WTI) um 2,54 Prozent auf 100,17 Dollar fiel. Auch Erdgas korrigierte nach einem Rekordhoch von über 100 Euro je Megawattstunde; der TTF-Kontrakt in Amsterdam lag zuletzt bei 96,83 Euro, was einem Minus von über drei Prozent entspricht.