
Der Volkswagen-Konzern, Europas größter Autobauer, hat für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Das Konzernergebnis nach Steuern sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. Der Betriebsgewinn halbierte sich in etwa auf 8,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro, nach anderen Angaben sank er leicht um 0,8 Prozent. Bei den Fahrzeugverkäufen blieb der Konzern mit 8,98 Millionen ausgelieferten Autos knapp unter der Marke von neun Millionen Einheiten.
Als Hauptgründe für die schwache Performance nannte der Konzern die Zölle von US-Präsident Donald Trump sowie den Strategiewechsel bei der Tochtergesellschaft Porsche zur Verlängerung der Verbrennertechnologie. Diese Faktoren schlugen sich in Milliardenbelastungen nieder. Finanzchef Arno Antlitz erklärte, das vergangene Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Besonders das dritte Quartal 2025 war für den Konzern problematisch, als er mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbuchte.
Im Schlussquartal schnitt Volkswagen jedoch wieder besser ab als in den ersten neun Monaten des Jahres. Die Restrukturierung des Unternehmens zeige Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet, so Antlitz. Dennoch räumte er ein: "Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus." Der operative Renditewert lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Prozent. Im vergangenen Monat hatte Volkswagen ein neues Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro angekündigt, mit dem Ziel, die Kosten bis 2028 um 20 Prozent zu senken.
Für das laufende Jahr prognostiziert der Wolfsburger Autobauer ein Umsatzplus von bis zu drei Prozent. Bei der operativen Rendite hat sich das Unternehmen eine Zielspanne von vier bis 5,5 Prozent vorgenommen, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellen würde. Die Entwicklung wird von Anlegern und Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt, nachdem sich die VW-Aktie im vorbörslichen Handel am Tag der Veröffentlichung deutlich schwächer zeigte.

Delivery Hero gerät nach einem massiven Kursrückgang zunehmend ins Visier seiner Großaktionäre. Der in Hongkong ansässige Vermögensverwalter Aspex Management, der 9,2 Prozent an dem im MDax gelisteten Essenslieferdienst hält, fordert vom Management um Firmengründer und Vorstandschef Niklas Östberg eine deutlich schärfere strategische Neuausrichtung. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben verlangt Aspex eine „rasche glaubwürdige strategische Neuausrichtung, die Wert schafft“ und bringt unter anderem einen Rückzug des Konzerns aus ganzen Regionen ins Spiel.
Der Druck der Investoren trifft ein Unternehmen, dessen Aktie bereits seit Monaten deutlich unter Druck steht. In den vergangenen drei Monaten verloren Anteilseigner von Delivery Hero rund 23,89 Prozent ihres Einsatzes. Im Vergleich zur Vorwoche liegt das Papier 2,48 Prozent niedriger, auf Sicht eines Monats summiert sich das Minus auf 23,90 Prozent. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Rückgang auf 24,42 Prozent. Damit entwickelte sich der Essenslieferdienst deutlich schwächer als der insgesamt weniger volatile MDax, der am Mittwoch im frühen Handel um 1,6 Prozent nachgab.
Mit rund 300 Millionen ausstehenden Aktien kommt Delivery Hero aktuell auf eine Marktkapitalisierung von etwa 5,14 Milliarden Euro. Die Kombination aus anhaltendem Kursdruck und wachsender Unzufriedenheit bedeutender Anteilseigner verschärft die Lage für Östberg, der das Unternehmen 2011 mitgründete und seitdem führt. In dem von mittelgroßen Werten geprägten MDax ist es zwar nicht ungewöhnlich, dass Vorstände unter der genauen Beobachtung aktiver Investoren stehen. Doch der Vorstoß von Aspex, verbunden mit der Drohung, bei Ausbleiben eines Strategiewechsels Konsequenzen zu ziehen, hebt den Druck auf die Führungsetage auf ein neues Niveau.
Konkrete Maßnahmen über den von Aspex geforderten möglichen Rückzug aus ganzen Regionen hinaus sind bislang nicht öffentlich bekannt. Klar ist jedoch, dass Delivery Hero seine Aktionäre nach der jüngsten Kursentwicklung verstärkt von einem tragfähigen Geschäftsmodell und einer belastbaren Wachstumsstrategie überzeugen muss. Ob und in welchem Umfang das Management auf die Forderungen von Aspex eingeht, dürfte entscheidend dafür sein, ob sich der Vertrauensverlust am Kapitalmarkt eindämmen lässt – oder ob der Konflikt mit dem Großaktionär die Debatte über die künftige Aufstellung des Konzerns und die Position von Östberg weiter anheizt.