Vier Angeklagte wegen Hamas-Mitgliedschaft und Waffendepots in Europa schuldig gesprochen

26.03.2026


Vier mutmaßliche Mitglieder einer Untergrundzelle der palästinensischen Hamas sind in Berlin zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Kammergericht sprach die 36 bis 58 Jahre alten Männer schuldig, als sogenannte Auslandsoperateure für Waffendepots in mehreren europäischen Staaten zuständig gewesen zu sein. Die Strafen liegen nach Gerichtsangaben zwischen viereinhalb und sechs Jahren Haft. In einem parallelen Urteil des Berliner Oberlandesgerichts wurden Freiheitsstrafen zwischen vier und sechs Jahren verhängt.

Nach Überzeugung des Staatsschutzsenats hatten die Angeklagten im Auftrag der Hamas Waffenlager in Ländern wie Polen, Bulgarien und Dänemark aufgebaut, gepflegt oder wieder aufgelöst. Die Waffen sollten demnach für mögliche Anschläge in Europa bereitstehen. Als potenzielle Ziele nannte das Gericht Einrichtungen mit israelischem oder jüdischem Bezug, darunter die israelische Botschaft und das Gelände rund um den ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin sowie die US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz. Konkrete, unmittelbar bevorstehende Anschlagspläne sah das Gericht allerdings nicht belegt.

Drei der Männer, darunter die im Libanon geborenen Abdelhamid Al A. und Ibrahim El R. sowie der Ägypter Mohammed B., lebten überwiegend in Deutschland; ein weiterer Angeklagter besitzt die niederländische Staatsangehörigkeit. Einer von ihnen, der in Berlin ein Restaurant betrieb, reiste nach den Feststellungen des Gerichts bereits 2019 nach Bulgarien, um dort einen mit Waffen gefüllten Behälter zu vergraben. Im selben Jahr brachte er zudem eine Waffe aus einem Depot in Dänemark nach Deutschland. Er erhielt mit sechs Jahren die höchste Haftstrafe und wurde zusätzlich wegen illegalen Waffenbesitzes und Gewaltanwendung mit Kriegswaffen verurteilt.

Die Männer waren am 14. Dezember 2023 festgenommen worden, wenige Wochen nach Beginn des Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen. Die Bundesanwaltschaft hatte das Verfahren als Pilotprozess bezeichnet, da in Deutschland erstmals Personen wegen Mitgliedschaft in der ausländischen Vereinigung Hamas angeklagt wurden. Die Vorsitzende Richterin Doris Husch stellte in ihrer Urteilsbegründung klar, dass die Hamas aus Sicht des Senats seit Jahrzehnten die Kriterien einer im Ausland operierenden terroristischen Organisation erfülle. Die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft hätten sich "zur vollen Überzeugung" des Gerichts weitgehend bestätigt.

Barclays bleibt vorsichtig, JPMorgan sieht Potenzial: Henkel und der Olaplex-Deal

27.03.2026


Henkel schärft sein Profil im globalen Geschäft mit professioneller Haarpflege und greift dafür tief in die Kasse: Der Konsumgüterkonzern hat eine Vereinbarung zum Kauf des US-Haarpflege-Spezialisten Olaplex für 1,4 Milliarden US-Dollar geschlossen. Nach Angaben aus dem Markt wurde der Deal vom Management von Olaplex gebilligt, auch der Finanzinvestor Advent als größter Anteilseigner hat zugestimmt. An der Börse reagierten Anleger mit leichten Kursgewinnen bei der Henkel-Aktie, die sich damit gegen den schwächeren Gesamtmarkt behauptete.

Analysten bewerten die Transaktion unterschiedlich. Die britische Investmentbank Barclays bestätigte ihr Votum „Equal Weight" für Henkel mit einem Kursziel von 75 Euro und stuft den Zukauf angesichts der schwachen Geschäftsentwicklung von Olaplex seit dem Börsengang als riskant ein. Der dpa-AFX zufolge verweist Analyst Warren Ackerman in einer Studie darauf, dass die Performance von Olaplex seit Listing enttäuscht habe und damit die Gefahr berge, dass Henkel für ein angeschlagenes Geschäftsmodell bezahlt. Olaplex war 2021 an die Börse gegangen; die Aktie ist seitdem deutlich unter Druck geraten.

JPMorgan zeigt sich dagegen offener für mögliche positive Effekte. Analystin Celine Pannuti sieht in dem Erwerb die Chance, Henkels ohnehin starke globale Position im Friseursalon-Geschäft weiter auszubauen. Durch die Marke Olaplex könnten neue Märkte erschlossen und Margen gesteigert werden, heißt es. Dem stehen jedoch deutliche Belastungsfaktoren gegenüber: Der Umsatz von Olaplex ist in den vergangenen drei Jahren massiv unter Wettbewerbsdruck geraten, und das Management hatte Anleger jüngst vor einem schwachen ersten Quartal gewarnt – ein Hinweis auf anhaltende operative Herausforderungen.

Bereits vor Abschluss der Vereinbarung hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Henkel befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Olaplex über einen Kaufpreis von rund 2 US-Dollar je Aktie. Zum Zeitpunkt des Berichts lag der Kurs deutlich darunter bei 1,33 US-Dollar, was einem Marktwert von etwa 890 Millionen Dollar entsprach. Eine endgültige Entscheidung sei damals noch nicht gefallen gewesen, und beide Seiten hatten Anfragen nach Stellungnahmen zunächst unbeantwortet gelassen. Mit der nun vereinbarten Transaktion setzt Henkel trotz der jüngsten Kurs- und Umsatzschwäche von Olaplex auf einen strategischen Ausbau seines Haarpflegeportfolios – ein Schritt, der erhebliche Integrations- und Turnaround-Arbeit erfordern dürfte.