Pilatus punktet in Jakarta: PC-24 setzt sich als Trainings- und Transportjet durch

01.04.2026


Der Schweizer Flugzeugbauer Pilatus hat einen bedeutenden Militärauftrag aus Indonesien an Land gezogen. Das Verteidigungsministerium des südostasiatischen Inselstaats bestellt insgesamt zwölf PC-24-Jets für die Luftwaffe, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Vertragspartner auf indonesischer Seite ist der Rüstungsspezialist PT E-System Solutions Indonesia. Finanzielle Details zum Volumen des Geschäfts wurden nicht veröffentlicht.

Die PC-24-Flotte soll bei der indonesischen Luftwaffe vor allem der Ausbildung von Transportpiloten dienen und zugleich für Lufttransport- sowie Verbindungsmissionen eingesetzt werden. Im Lieferumfang enthalten sind bodengestützte Ausbildungsanlagen, Ersatzteile, Bodenausrüstung sowie technische Unterstützung, um einen effizienten Betrieb und Unterhalt der Jets sicherzustellen. Der Vertrag umfasst zudem Optionen für weitere Flugzeuge.

Technisch setzt Indonesien auf die speziellen Eigenschaften des als "Super Versatile Jet" vermarkteten PC-24. Das Flugzeug ist für den Einpilotenbetrieb zertifiziert, verfügt über eine Standardfrachttür und kann auf unbefestigten Pisten starten und landen. Diese Flexibilität gilt als zentraler Faktor für den Einsatz in dem aus mehr als 17'000 Inseln bestehenden Staat, in dem viele Regionen nur über kurze oder improvisierte Landebahnen erreichbar sind.

Parallel zur Bestellung der PC-24 unterzeichneten Pilatus und die indonesische Seite eine Absichtserklärung über die mögliche Lieferung von 24 PC-21-Trainingsflugzeugen. Auch dieses potenzielle Paket würde Ausbildungsinfrastruktur am Boden, Ersatzteile, Bodenausrüstung und technischen Support umfassen. Für Pilatus markiert der jetzt vereinbarte PC-24-Auftrag einen wichtigen Schritt beim Ausbau der Präsenz in Südostasien. Unternehmenschef Markus Bucher sprach in diesem Zusammenhang von einem Vertrauensbeweis und kündigte an, die reibungslose Einführung der neuen Flotte in Indonesien zur obersten Priorität zu machen.

Dax stabilisiert sich trotz Iran-Krieg – Inflation und Ölpreis im Fokus

01.04.2026


Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine Vortageserholung fortgesetzt, wenn auch mit gebremstem Tempo. Der Dax legte zuletzt um 0,7 Prozent auf 22.728 Punkte zu. Damit deutet sich für den Leitindex trotz der freundlichen Tendenz zum Monatsende weiterhin ein Rückgang im März von rund zehn Prozent an. Der X-Dax hatte zum Handelsstart ein Plus von rund 0,4 Prozent auf etwa 22.650 Zähler signalisiert. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte am späten Vormittag um 1,0 Prozent auf 28.067 Punkte vor, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,6 Prozent.

Im Hintergrund bleibt die angespannte Lage im Nahen Osten der zentrale Belastungsfaktor. Der Iran setzte rund einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fort. Vor der Küste Dubais wurde ein kuwaitischer Öltanker getroffen; zudem meldeten Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate erneute Angriffe in der Nacht. Die Ölpreise verharren vor diesem Hintergrund auf hohem Niveau: Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt gut 107 bis knapp 108 US-Dollar und damit ähnlich viel wie am Vortag.

Der Ölpreisschub schlägt zunehmend auf die Inflation im Euroraum durch und rückt die Geldpolitik in den Mittelpunkt der Marktdiskussion. Die Verbraucherpreise in der Eurozone zogen im März im Jahresvergleich um 2,5 Prozent an, nach 1,9 Prozent im Februar. Volkswirte hatten im Schnitt 2,6 Prozent erwartet. Der Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank rechnet damit, dass die anziehenden Öl- und Gaspreise die Debatte um weitere Zinsschritte verschärfen: An den Märkten sind bis zum Jahresende rund drei Zinserhöhungen im Euroraum eingepreist.

Auf Einzeltitelebene sorgten vor allem Werte aus dem MDax für Bewegung. Die Aktien von Redcare Pharmacy setzten ihre bereits am Vortag dynamisch gestartete Erholung fort und führten den Index zeitweise klar an. Die Papiere stiegen um weitere 8,1 Prozent. Das Bankhaus Metzler führte das Interesse der Anleger vor allem auf Reformvorschläge für das deutsche Krankenkassensystem zurück, die aus Sicht des Markts das Geschäftsmodell der Online-Apotheke stützen könnten. Dagegen gerieten die Anteilsscheine der Norma Group nach einem vorsichtigen Ausblick des Verbindungstechnikherstellers und Autozulieferers unter Druck. Der Konzern stellt für das laufende Jahr lediglich ein Umsatzplus von bis zu 2 Prozent in Aussicht, im negativen Szenario wäre auch Stagnation möglich. Zudem soll die Dividende von 40 auf 14 Cent je Aktie sinken. Nach zuletzt deutlichen Kursgewinnen von fast 14 Prozent binnen fünf Handelstagen gaben die Papiere moderat nach.