Nachfolge bei der Oberbank fix: Seiter übernimmt, Gasselsberger geht 2026

26.03.2026


Die Oberbank treibt ihren Generationenwechsel an der Spitze konsequent voran und sorgt damit für Planungssicherheit bei Investoren. Der Aufsichtsrat hat Martin Seiter zum Nachfolger von Generaldirektor Franz Gasselsberger bestellt und den Führungsumbau vollständig abgesegnet. Gasselsberger, seit 28 Jahren im Vorstand und fast drei Jahrzehnte prägende Figur des Instituts, wird seinen bis 2027 laufenden Vertrag auf eigenen Wunsch bereits mit Jahresende 2026 beenden. Mit 1. Jänner 2027 übernimmt Seiter offiziell die Rolle des Generaldirektors.

Der 40-jährige Seiter gilt als ausgewiesenes Eigengewächs der Bank. Er gehört der Geschäftsleitung seit 2020 an und verantwortete zuletzt das Firmenkundengeschäft sowie die Aktivitäten in Deutschland. Mit seiner Bestellung setzt die Oberbank bewusst auf Kontinuität und interne Stabilität. Der scheidende Konzernchef Gasselsberger sprach von einer "perfekten Besetzung aus den eigenen Reihen" und unterstreicht damit, dass der Übergang nicht als Bruch, sondern als Fortführung der bisherigen strategischen Linie verstanden werden soll.

Parallel zur internen Nachfolgeregelung holt sich die Oberbank zusätzliche Expertise von außen an Bord. Bereits mit 1. Oktober wird der Vorstand um Rainer Polster erweitert. Polster ist derzeit Finanzvorstand der Oldenburgischen Landesbank und soll in Linz künftig die Bereiche Treasury, Kapitalmarkt, Kommerzkundengeschäft sowie den deutschen Markt verantworten. Er bringt zudem Erfahrung aus der direkten Beaufsichtigung einer Bank durch die Europäische Zentralbank mit – ein Aspekt, der für die Oberbank an Bedeutung gewinnt, da ihr ebenfalls eine direkte EZB-Aufsicht bevorsteht. Ergänzt wird das neue Führungsteam durch Florian Hagenauer, der seit 2009 dem Vorstand angehört und mit Jahresbeginn 2027 zum stellvertretenden Generaldirektor aufrückt.

Die Kapitalmärkte honorieren die geordnete Nachfolgeregelung und den klar strukturierten Umbau des Top-Managements. Die Oberbank-Aktie markierte am Mittwoch mit 79,60 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch und setzt damit ihren langfristigen Aufwärtstrend fort. Seit Jahresbeginn legte das Papier um rund 4,7 Prozent zu. Die Kombination aus frühzeitiger Klarheit über die künftige Führung, einem Mix aus interner Kontinuität und externen Impulsen sowie der Vorbereitung auf eine verschärfte Aufsicht durch die EZB wird von Anlegern als Signal für Verlässlichkeit und strategische Handlungsfähigkeit interpretiert.

VW erwägt Einstieg in Luftverteidigung – Gespräche mit Rafael über Iron-Dome-Teile

27.03.2026


Volkswagen sondiert nach Medienberichten eine weitreichende Neuausrichtung seines Werks im niedersächsischen Osnabrück. Laut einem Bericht der Financial Times, auf den sich mehrere Medien berufen, führt der Konzern Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems über eine mögliche Kooperation. Demnach wird geprüft, ob das traditionsreiche, derzeit defizitäre Werk von der Fahrzeugproduktion teilweise oder ganz auf Komponenten für das israelische Luftverteidigungssystem Iron Dome umgestellt werden könnte.

Offiziell hält sich der Wolfsburger Konzern bedeckt. Gegenüber der Deutschen Welle betonte ein Sprecher, die Produktion von Waffen durch die Volkswagen AG sei „für die Zukunft weiterhin ausgeschlossen“; man beteilige sich nicht an Spekulationen über das Werk Osnabrück. Zugleich räumte der Sprecher ein, der Standort werde im Rahmen eines offenen Prüfprozesses für die Zeit nach 2027 bewertet. Man prüfe „tragfähige Optionen“ und führe Gespräche mit verschiedenen „Marktteilnehmern“, konkrete Entscheidungen gebe es aber nicht. Die Belegschaft werde über den Stand der Überlegungen informiert.

Auslöser der Debatte ist der Strategiewechsel, den Europas größter Autohersteller 2024 für das Werk beschlossen hat. Die Produktion der aktuellen Modelle – darunter das T-Roc Cabriolet – läuft bis 2027 aus; bereits im vergangenen Jahr war die Arbeitswoche in Osnabrück um einen Tag verkürzt worden, um Kosten zu senken. Rund 2.300 Arbeitsplätze stehen damit perspektivisch zur Disposition. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts, auf die sich der Financial Times-Bericht bezieht, könnte eine industrielle Umrüstung auf Verteidigungstechnik helfen, diese Jobs zu sichern.

Den Berichten zufolge würden in Osnabrück keine Raketen selbst gefertigt. Stattdessen steht demnach die Produktion von Schwerlast-Lkw, Startern und elektrischen Generatoren im Raum, die zum Iron-Dome-System gehören. Rafael soll zudem prüfen, in Deutschland ein weiteres Werk zu errichten, das speziell der Raketenfertigung diente. Die mögliche Kooperation fällt in eine Phase, in der europäische Automobilhersteller unter Druck stehen – durch sinkende Margen, den Wettbewerbsdruck aus China und die Unsicherheiten der Elektrifizierung. Parallel entwickelt sich der Verteidigungssektor für Teile der Industrie zu einem alternativen Absatzfeld. Ob Volkswagen in größerem Stil auf diesen Kurs einschwenkt, bleibt jedoch offen, solange der Konzern offiziell nur von einer ergebnisoffenen Standortsuche für Osnabrück spricht.