Iran-Krieg offenbart Kostenvorteile von Rheinmetalls Flugabwehrgeschützen

13.03.2026


Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall rechnet angesichts der Eskalation im Nahen Osten mit einem kräftigen Wachstum im Geschäft mit Flugabwehrsystemen. Konzernchef Armin Papperger sprach bei der Vorlage der Jahreszahlen von einem „steilen Wachstum“, nachdem die Nachfrage über ein Wochenende hinweg deutlich angezogen habe. Hintergrund ist der jüngste Iran-Konflikt, in dem der Iran massenhaft Drohnen einsetzt, um US-Stützpunkte in der Region sowie Israel und arabische Staaten anzugreifen.

Nach Unternehmensangaben kommen Rheinmetall-Flugabwehrgeschütze in dem aktuellen Konflikt bereits zum Einsatz und haben dort weit über 100 Drohnen abgeschossen. Papperger betonte, dass sich die Systeme sowohl militärisch als auch betriebswirtschaftlich bewähren. Staaten und Streitkräfte suchten angesichts des intensiven Drohneneinsatzes nach Lösungen, die große Mengen von Zielen abwehren können, ohne ihre Verteidigungsbudgets durch den massiven Einsatz teurer Lenkflugkörper zu überlasten.

Der Kostenunterschied ist erheblich: In den ersten 72 Stunden des Konflikts feuerten die USA und ihre Partner nach Angaben aus Unternehmenskreisen rund 2.000 Raketen und Lenkflugkörper im Wert von etwa vier Milliarden Dollar ab, um Angriffe abzuwehren. Dem stehen Drohnen gegenüber, die pro Stück auf rund 20.000 Dollar geschätzt werden. Rheinmetall verweist darauf, dass der Abschuss einer solchen Drohne mit den eigenen Waffensystemen insgesamt nur bis zu 5.000 Dollar kosten soll; ein Schuss im Kaliber 30 oder 35 Millimeter wird mit etwa 1.000 Dollar veranschlagt. Aus Sicht vieler Kunden macht dies Flugabwehrgeschütze gegenüber Raketenabwehrsystemen wie Patriot zunehmend attraktiver.

Papperger zufolge haben die jüngsten Ereignisse die Investitionsbereitschaft vieler Länder deutlich erhöht. Die Telefone hätten „übers Wochenende nicht still“ gestanden, sagte der Vorstandschef, ohne konkrete Auftragseingänge oder Kundennamen zu nennen. Rheinmetall plane, die Produktion von Flugabwehrsystemen auszubauen, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Flankierend investiert der Konzern in seine Raketenkompetenz und baut in Unterlüß eine Raketenmotorfabrik, um sich breiter in der Luftverteidigung aufzustellen und künftige Nachfrage in verschiedenen Segmenten der Rüstungsindustrie abzudecken.

Starkes Jahr 2025 für Zalando: zweistelliges Wachstum, Kostenschnitte in der Logistik

13.03.2026


Zalando hat 2025 kräftig zugelegt und seine eigenen Ziele am oberen Ende der Spannen erreicht. Der Umsatz des im DAX notierten Online-Modehändlers stieg um 16,8 Prozent auf 12,35 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Markterwartungen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) kletterte um 14,7 Prozent auf 17,56 Milliarden Euro. Rückenwind bekam das Geschäft vor allem durch die Übernahme des Konkurrenten About You sowie den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz in Vertrieb und Plattformsteuerung.

Operativ verbesserte sich Zalando ebenfalls: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 591 Millionen Euro nach 511 Millionen Euro im Vorjahr, die Marge blieb mit 4,8 Prozent stabil und leicht über den Analystenprognosen. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch auf 213 Millionen Euro von zuvor 251 Millionen Euro und verfehlte damit die Erwartungen. Für das laufende Jahr stellt das Management ein weiteres Wachstum von 12 bis 17 Prozent bei GMV und Umsatz in Aussicht; das bereinigte EBIT soll auf 660 bis 740 Millionen Euro steigen. Die mittelfristigen Ziele bis 2028 – jährliche Zuwächse von 8 bis 13 Prozent bei Umsatz und GMV sowie eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent – wurden bestätigt, die angepeilten jährlichen Synergien aus der About-You-Übernahme von 100 Millionen Euro sollen bereits 2028 und damit ein Jahr früher erreicht sein.

An der Börse sorgte vor allem die Kapitalmarktpolitik für Auftrieb. Der Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 300 Millionen Euro an, das bis Ende Juli laufen soll. Die Aktie legte im Tagesverlauf zweistellig zu und notierte zeitweise rund elf Prozent höher bei 22,35 Euro. Damit reagierte der Markt positiv auf die Kombination aus besser als erwarteten operativen Kennzahlen, bestätigtem Wachstumskurs und der Ankündigung, überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückzuführen – obwohl die Zalando-Papiere seit Jahresbeginn deutlich im Minus liegen und in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel an Wert verloren haben. Analysten hoben neben dem Rückkauf insbesondere die Rolle von KI und das Konzept des sogenannten Agentic Commerce als nächste Entwicklungsstufe des Onlinehandels hervor.

Überschattet werden die guten Zahlen von strukturellen Einschnitten im Logistiknetz. Im Zuge der Integration von About You will Zalando vier Logistikzentren in Europa schließen, darunter den Standort Erfurt mit rund 2.700 Beschäftigten. Co-Chef David Schröter sprach von einer der schwersten, zugleich aber notwendigen Entscheidungen, um die Kapazitäten an den künftigen Wachstumsbedarf anzupassen. Das Unternehmen verhandelt nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan, bietet Versetzungen an andere Standorte an und arbeitet mit der örtlichen Arbeitsagentur zusammen. Weitere Maßnahmen über die bereits angekündigten Schließungen hinaus soll es dem Management zufolge nicht geben; aus der Thüringer Landespolitik kommt dennoch Kritik an der Entscheidung.